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Interview mit einer Polyglotte: Essi spricht 4 Sprachen fließend

Juni 9, 2017

Essi Pohto, eine finnische Pädagogik-Studentin, ist WordDives eigene Polyglotte. Sie spricht vier Sprachen fließend. Sie arbeitet als Sommerpraktikantin bei WordDive und macht im nächsten Jahr ihr Examen als Lehrerin für Englisch, Italienisch und Deutsch. Sie spricht auch ein bisschen Russisch und Französisch.

– Sprachen waren in meinem Leben immer gegenwärtig. Ich wurde in Saudi-Arabien geboren und lebte dort die ersten acht Jahre meines Lebens. Danach verbrachten wir mehrere Jahre in Mittel- und Südeuropa. Mein Vater arbeitete für internationale Eisen- und Stahlfirmen und wir zogen hin, wo seine Arbeit ihn hin rief. Jeder neue Wohnort bedeutete, eine neue Sprache zu lernen, sagt Essi.

Essi war neun Jahre alt, als ihre Familie aus dem mittleren Osten in eine Stadt in Norditalien zog, die Udine heißt. In Saudi-Arabien war Essi auf eine internationale Schule gegangen, wo auf Englisch unterrichtet wurde, aber in Italien beschlossen ihre Eltern, sie auf eine italienische Schule zu schicken.

– Ich freundete mich mit einem italienischen Mädchen an. Wir spielten zusammen, obwohl wir keine gemeinsame Sprache hatten und bald gingen wir auf die gleiche Schule. Maria Chiara ist bis heute eine meiner besten Freundinnen. Ich erinnere mich gar nicht mehr zurück an die Zeit, wo ich nichts in der Schule verstand. Wenn man ein Kind ist, lernt man so schnell.

Nach drei Jahren in Italien, verschiffte die Pohto-Familie ihre Sachen ein bisschen weiter in den Norden. Die Fracht wurde in Düsseldorf abgeladen, wo die Familie sich für sechs Jahre niederließ. Obwohl Essi in Düsseldorf eine internationale Schule besuchte, lernte sie auf der Straße und durch ihre Hobbys Deutsch.

– Ich weiß noch, wie verwirrend es war, die Zeit auszudrücken. Sie wird in unterschiedlichen Sprachen so verschieden ausgedrückt. Auf Englisch sagt man “half past one” und im Deutschen “halb zwei”, lacht Essi.

Nach dem Abitur ging es in die Niederlande, wo Essi ihr Wirtschaftsstudium anfing. Auf der Wirtschaftsschule fühlte sie sich aber nicht am richtigen Ort und so beschloss sie, zum ersten Mal in ihrem Leben nach Finnland zu ziehen, um an der Universität von Helsinki Sprachen und Pädagogik zu studieren.

– Obwohl ich bereits erwachsen war, als ich nach Finnland zog, habe ich Finnland doch immer als meine Heimat angesehen. Das beste hier ist die Natur. Ich weiß noch, wie wunderbar all das Grüne in Finnland war, wenn ich im Frühsommer aus Saudi-Arabien zu Besuch kam. Im Vergleich dazu ist Saudi-Arabien nichts als Wüste. All meine Aufsätze in der Schule drehten sich um Finnland. Einmal schrieb ich über den Weihnachtsmann und zeigte meinen Klassenkameraden ein Foto, wo ich auf seinem Schoß sitze. Obwohl sie zu der Zeit schon nicht mehr an ihn glaubten, konnte ich sehen, dass sie an seiner Nichtexistenz ein bisschen zweifelten! Es gibt aber immer noch Dinge in Finnland, die ich seltsam finde. Zum Beispiel kann ich mich nicht daran gewöhnen, dass die Finnen den Leuten, die sie auf der Straße treffen nicht Hallo sagen.

Essi pflegt ihre Sprachkenntnisse, indem sie viel liest. Sie liest ein Buch auf Finnisch, dann eines auf Englisch und danach eines auf Italienisch oder Deutsch.

– Wenn man eine Sprache nicht benutzt, vergisst man sie. Ich will weiterhin eine starke Verbindung zu all meinen Sprachen behalten. Wenn man eine Fremdsprache lernen will, muss man sie benutzen, selbst, wenn man Angst davor hat. Wenn man Fehler macht, lernt man am meisten.

Essi gefällt es jetzt in Finnland, aber die Wanderlust ergreift sie trotzdem manchmal.

– Ich habe kein Lieblingsland. In jedem Land gibt es Gutes und Schlechtes und mit der Zeit wird sich zeigen, wo es mich hin verschlägt. Reisen ist in jedem Fall sehr wichtig für mich. Ich will die Welt sehen und all die exotischen Orte besuchen. Aber wenn ich Finnland jetzt verlassen müsste, würde ich vermissen, Pilze zu sammeln. Das ist das Beste.

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